Sonntag, 16. Juni 2013
/// DAS FLEISCH & ICH
Mein Verhältnis zu Fleisch war schon immer etwas gestört. Ich komme zwar aus einer ziemlich fleischliebenden Familie (deftige schwäbische und österreichische Küche, ahoi!), habe aber schon ziemlich früh Abneigungen gegen gewisse Fleischsorten entwickelt. Schon als Kind aß ich kein "unpaniertes" Fleisch, dem man noch angesehen hat, dass es mal gelebt hat. Schinken habe ich schon über ein Jahrzehnt nicht mehr gegessen, weil der ja so rosa ist. Wie ein niedliches Ferkel. Salami ging dafür jahrelang problemlos, sah ja nicht aus wie ein Tier...! Ja, die totale Unlogik, aber so hat sich das im Laufe der Jahre zugespitzt. Sah man dem Fleisch an, dass es mal gelebt hat? No Way. Kein Fisch, sondern Fischstäbchen. Chicken-Nuggets statt Steak. Eine Sehne, Ader oder gar ein Tupfen Blut im Schnitzel entdeckt? Sofort hab ich das komplette Stück Fleisch nicht mehr angerührt. Ich war wirklich gut im Verdrängen und war mir aber durchaus bewusst, dass ich Fleisch nur dann essen konnte, wenn es so entstellt war, dass ich es nicht mehr als Tier erkannte. Das hieß letzten Endes: Hackfleisch, paniertes Schweineschnitzel, gegrilltes Würstchen und Chicken-Nuggets. Und ich lieb(t)e Bratensoße. Auch mit rohem Fleisch anfassen hatte ich so meine Probleme, was wohl auch einer der Mitgründe war, dass seit meinem Auszug von Hotel Mama mein Fleischkonsum in meiner Studienstadt auf beinahe 0 heruntergefahren wurde. Ja, ab und an gab es eine Lasagne und ab und an Chicken-Nuggets, aber das beschränkte sich auf maximal 1-2 Tage im Monat. Ende März habe ich dann für mich beschlossen, komplett darauf zu verzichten und lebe seitdem vegetarisch. Und ich muss sagen: Ich vermisse nichts. Dadurch, dass ich davor schon so wenig Fleisch gegessen habe, ist meat-craving ein Fremdwort für mich. Und im Gegenteil. Ich merke sogar, dass ich mich sehr viel gesünder ernähre, seitdem ich mich aktiv mit meiner Ernährung beschäftige. Ich habe zwar nach meinem Auszug kaum noch Fleisch gegessen, dafür aber ansonsten sehr viel Mist: Backmozzarella, Toastbrot, Pommes, Schnupfnudeln, Käsespätzle, Nudeln mit Soße, Fertigpizza, Schoki. Viel Kohlenhydrate (am liebsten Kartoffelhaltiges) und wenig Obst und Gemüse. Seit einigen Monaten hat sich das aber irgendwie rapide geändert. Obst statt Süßigkeiten. Getoastetes Vollkornbrot zum Frühstück anstelle von Toast. Salate und Gemüsegerichte statt Pommes und Pizza. Je mehr gesunde Lebensmittel ich esse, desto besser schmecken sie mir auch. Bananen habe ich beispielsweise jahrelang nicht angerührt, zur Zeit esse ich fast jeden Tag eine. Wenn ich einkaufen gehe, landet mittlerweile viel frisches Obst- und Gemüse in meinem Einkaufswagen. Und viel Joghurt, Körner und Nüsse. Am Tiefkühlpizzaregal laufe ich vorbei, ohne auch nur im geringsten Lust darauf zu verspüren. Und das fühlt sich gut an. Natürlich könnte ich mir auch als Vegetarier eine Mozzarella-Ristorante-Pizza aus der Theke fischen, aber nein. Ich bin irgendwie auf den Geschmack gekommen und esse lieber frisches Essen...
Ich will mit diesem Post keinen zum Vegetarier-sein bekehren und bin der Meinung, dass das jeder selbst entscheiden sollte. Im Grunde genommen waren meine Motive in erster Linie auch nicht der Tierschutz oder die Beseitigung des Welthungers, sondern der immer größer werdende Ekel und die Erkenntnis, dass es (für mich) einfach nicht sein muss, da ich genug Alternativen habe und Fleisch nicht brauche. Ich wollte damit einfach nur zeigen, dass es mich persönlich dabei weitergebracht, meine Ernährung umzustellen und mich endlich gesünder zu ernähren. Dafür muss man kein Vegetarier werden, dafür reicht es auch schon, einfach so umzudenken und sich von alten Bequemlichkeiten und Gewohnheiten loszulösen. Versucht es einfach mal :) - es macht wirklich ein bisschen glücklicher :).
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Sehr schön geschrieben, damit gibst du sozusagen auch meine Entwicklung wieder :) Lief bei mir ähnlich. Ich vermisse auch nichts, es gibt so viele tolle und gesunde Alternativen und das Kochen macht mir endlich wieder mehr Spaß :)
AntwortenLöschenFind ich gut, dass es bei dir auch so toll geklappt hat.
Liebe Grüße :)
Ich finde das echt super, wie du auf deine Ernährung achtest. Diese Disziplin habe ich nicht, da ich wohl kein Mensch bin der verzichten möchte :D SCHANDE!
AntwortenLöschenAllerliebste Grüße,
HOLYKATTA